Seite wird geladen...
Hier finden Unternehmen einen kurzen und kompakten Überblick an praxisrelevanten Aspekten zu CDR. Die Ausführungen geben Antworten auf strategische und operative Fragen.
Corporate Digital Responsibility steht für ganzheitliches verantwortungsbewusstes Handeln von Unternehmen in Bezug auf die ökologischen und sozialen Auswirkungen digitaler Technologien und Daten.
Die Motivationsgründe sowie die Perspektiven sind unterschiedlich, aus denen sich Unternehmen dem Thema CDR nähern: z. B. intrinsische Motivation, monetärer Nutzen oder in Vorbereitung auf künftige Regulierung
CDR-Maßnahmen schaffen Vertrauen in die Nutzung digitaler Technologien und damit in das Unternehmen selbst. Regulatorik wird dadurch oft schneller und besser umgesetzt. Gerade Startups und jungen Unternehmen kann CDR helfen, bei Kapitalgebern eine günstigere Risikobewertung zu erhalten. CDR-Engagement wirkt sinnstiftend und fördert damit Mitarbeitergewinnung und -bindung. In Summe reduziert CDR bestimmte Risiken (Datenschutz- oder Informationssicherheitsvorfälle, negative Presse) und stärkt dadurch die Resilienz des Unternehmens auf verschiedene Herausforderungen.
Jedes Unternehmen, das digitale Technologien einsetzt oder digitale Daten verarbeitet, hat Anknüpfungspunkte zu CDR. Die Auseinandersetzung mit Fragestellungen im Kontext von CDR (z. B. Datenschutz, wertebasierte IT-Entwicklung, Einsatz wertebasierter Software, Green IT, Qualifizierung der Belegschaft im Digitalen) kann dazu beitragen, als Unternehmen einen ganzheitlichen Blick auf Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung zu gewinnen.
Der monetäre Aufwand ist vergleichsweise gering. Zu Beginn sind es v. a. zeitliche und organisatorische Aufwände, um sich in die Thematik einzuarbeiten und CDR im Unternehmen voranzutreiben (Bestandsaufnahme, Koordination der Maßnahmen, Verankerung in der Organisation, Kommunikation). Sind die Weichen einmal gestellt, muss CDR bei relevanten Planungen und Entscheidungen nur noch mitberücksichtigt werden. Gleichzeitig hilft CDR, spätere Kosten und Risiken zu vermeiden, etwa durch Reputationsschäden, regulatorische Nachbesserungen oder ineffiziente digitale Lösungen.
Hier sind verschiedene Modelle denkbar: CDR kann als die digitale Komponente von CSR aufgefasst und damit den Nachhaltigkeitsthemen zugeordnet werden. CDR kann aber auch ähnlich wie die Digitalisierung als Querschnittsaufgabe interpretiert werden. Ein Hinweis kann auch sein, aus welchen Motivationsgründen sich Unternehmen mit dem Thema beschäftigen: Geschieht dies z. B. in Vorbereitung auf künftige Regulierung, findet man die Zuständigkeit oft in den Compliance- oder Rechtsabteilungen.
Mit der „VerantwortungsWerkstatt“ steht Unternehmen ein strukturierter Fahrplan zur Verfügung, den sie Schritt für Schritt im eigenen Tempo durchlaufen können. Auch ist es zur Veranschaulichung hilfreich, Best Practice-Beispiele anderer Unternehmen zu kennen, wie sie z. B. in den Berichten der CDR-Initiative des Bundes oder unter den ausgezeichneten Projekten des Digital Responsibility Awards zu finden sind. Eine gute Nachricht: Die meisten Unternehmen fangen nicht bei null an.
Abhängig vom jeweiligen Geschäftsmodell kann es u. a. fachliche Anknüpfungspunkte zu folgenden Fachabteilungen geben: IT-Infrastruktur und -Benutzerservice, Entwicklung digitaler Produkte und Prozesse, Recht/Compliance, Kundenservice, UX/UI, Nachhaltigkeit, Human Resources sowie Unternehmensstrategie/Geschäftsführung. Aufgabe der für das Thema CDR federführend zuständigen Person ist v. a., Themen im Zusammenhang von CDR vorzubringen, einen Austausch anzustoßen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus betroffenen Abteilungen zusammenzubringen – die Detailarbeit für einzelne Maßnahmen wird in der Regel in den Fachabteilungen konzipiert und umgesetzt.
Dies ist auf verschiedenen Ebenen möglich: z. B. auf individueller Ebene durch Mitarbeiterschulungen. Auf struktureller Ebene, z. B. durch Gründung eines Ethic Boards, Benennung einer für CDR-Themen zuständigen Person, Aufnahme von CDR-Fragestellungen in die Digitalisierungs- oder Nachhaltigkeitsstrategien oder durch Überprüfung des Erfolgs von CDR-Maßnahmen anhand geeigneter KPIs. Auch bei der Konzeption und Entwicklung neuer digitaler Produkte und Prozesse (= Prozessebene) lassen sich CDR-Fragestellungen integrieren.
Die Welt ändert sich beständig – erfolgreich bleibt, wer schnell und flexibel auf neue Umstände reagiert. Auch treue Kunden können sich dem Mitbewerb zuwenden, wenn dort ihre Anliegen schneller, günstiger und vertrauenswürdiger bearbeitet werden. Digitalisierte und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Prozesse können Kosten reduzieren, Effizienz steigern und den Kunden mehr Komfort, Datenschutz und Transparenz – alles in allem ein besseres Produkt – bieten.